Aufgabenketten bilden
Serie: Produktivitätstechniken
- Aufgabenketten bilden
- Der Fünf-Minuten-Anlauf
Vorwort zur Serie
In dieser Serie stelle ich verschiedene Techniken vor um die eigene Produktivität zu steigern und beizubehalten. Alle diese Techniken sind miteinander kombinierbar und in der Praxis erprobt. Viel Spaß beim Lesen!
Eine mächtige Technik um mehrere tägliche Angewohnheiten zu etablieren ist das Bilden von Ketten. Man verknüpft dabei mehrere wünschenswerte Aufgaben bzw. Gewohnheiten, und macht diese voneinander abhängig.
Am Besten fängt man mit einer angenehmen an, oder arbeitet auf eine angenehme hin. Dabei ist es tabu, eine Aufgabe der “Kette” auszulassen.
Beispiel: Der tägliche Sport (Waldlauf, Gymnastik o.ä.) wird mit der vorherigen Meditation und dem anschließenden Abendessen verknüpft. Das heißt, der Sport wird nur gemacht wenn auch die Meditation vorher “erledigt” wurde. Und es gibt natürlich auch nur Abendessen wenn die vorherige Kette abgearbeitet ist.
Der psychologische Hintergrund ist die Verankerung dieser Abläufe im Bewusstsein, so daß das Weglassen von Bestandteilen der Kette zu einem leichten “schlechten Gewissen” führt. Nach ein paar Tagen läuft diese Technik im “Autopilot”. Sobald man die Kette begonnen hat, kann man gar nicht anders als sie zu Ende zu führen. Und das Auslassen der gesamten Kette kommt entweder gar nicht in Frage, oder es erzeugt das Gefühl daß etwas am Tag fehlt.
Diese Ketten können natürlich beliebig lang werden. Ich würde allerdings empfehlen, für bestimmte (angenehme) Elemente eine maximale Zeit einzuplanen. Das Lesen von Feeds und Mails kann sonst leicht zur Vormittagsbeschäftigung werden, was der Produktivität nicht gerade zu gute kommt.
Ebenso sollte man eine minimale Zeit für die einzelnen Aktivitäten einplanen. Wenn der Tag einige unvorhergesehene Ereignisse mit sich gebracht hat, die die verfügbare Zeit rapide geschrumpft haben, dann kann man mit der minimalen Zeit immer noch “pro forma” die Kette durchlaufen. Durch diesen Trick kommt man nicht aus dem Rhythmus, allerdings sollte er wirklich nur an Tagen angewendet werden die absolut nichts anderes zulassen.
Beispiel: Eine morgendliche Angewohnheit könnte z.B. eine gemütliche Tasse Tee oder Kaffee sein, während man die neuesten Feeds und Mails durchschaut. Dies wird jetzt verknüpft mit dem vorherigen Aufräumen (und Abwischen) des Schreibtisches, damit die Arbeitsumgebung für den restlichen Tag angenehm ist. Die ersten Tage wird man sich zwar noch daran erinnern (oder zwingen) müssen, aber schon bald ist der ordentliche, saubere Schreibtisch und die anschließende Tasse Tee zur liebgewonnenen Gewohnheit geworden. Ein aufgeräumter und sauberer Arbeitsplatz ist übrigens eine Produktivitätstechnik für sich, aber wem erzähle ich das