Der Fünf-Minuten-Anlauf
Serie: Produktivitätstechniken
- Aufgabenketten bilden
- Der Fünf-Minuten-Anlauf
Diese Technik eignet sich hervorragend für unliebsame Aufgaben, die bereits länger auf der Todo-Liste herumgammeln. Oft schiebt man diese vor sich her, bis sie einem irgendwann um die Ohren fliegen. Die Meister beim Aufschieben sind übrigens die Kreativen, da diese sich ganz genau ausmalen können was passieren wird und dabei auf sie zukommt wenn sie die Aufgabe anpacken.
Zunächst empfiehlt es sich (ganz nach GTD-Manier) die Aufgabe in physische Teilschritte zu zerlegen, und sich dann den ersten Schritt zu greifen. Man braucht für diese Technik einen kleinen Wecker (Küchenuhr) oder eine äquivalente Software.
Wecker stellen und loslegen
Diesen Wecker stellt man auf fünf Minuten und fängt direkt mit dem nächsten Schritt der Aufgabe an. Nach fünf Minuten ist man entweder so involviert und möchte weiter machen, daß man den Wecker einfach ignoriert und abstellt, oder man belohnt sich bereits nach diesen fünf Minuten mit einer Tasse Tee, einem Stück Schokolade o.ä.
Nach einer Pause, in der man anderen Tätigkeiten nachgeht, startet man mit zehn Minuten und dem identischen Prozedere. Die Zeit wird dabei jeweils um fünf Minuten erhöht, und die Belohnung natürlich auch. Spätestens beim dritten Anlauf wird einen die Aufgabe “mitreißen” und man möchte sie zu Ende bringen. Das kann zum einen aus dem Grund geschehen, daß man sie endlich “loswerden” möchte, oder zum anderen weil man Spaß daran gefunden hat. In beiden Fällen ist sie danach erledigt.
Flow-Erfahrungen begünstigen
Übrigens ist das Zerteilen einer großen Aufgabe eine effektive Simplifizierungstechnik, was die Hemmschwelle der Erledigung herabsetzt. Eine ähnliche Hemmschwelle tritt allerdings auch auf, wenn die Aufgabe zu leicht ist!
Eine Flow-Erfahrung wird durch beide Situationen verhindert. Man kann eine Aufgabe daher auch schwerer machen als sie ist, um die Erfahrung interessanter zu gestalten.
Viele werden denken, daß sie dann länger dauert - aber lieber fünf Minuten länger an der Aufgabe arbeiten, als sie kurz vor der Deadline in einer Nachtschicht mit vielen anderen dieser “kleinen leichten Aufgaben” erledigen zu müssen, nicht wahr?