Fastenzeit

Der Verzicht auf feste Nahrung – für die einen undenkbar, für die anderen eine willkommene Kur um Körper und Geist zu reinigen. Wie jedes Jahr ist bei mir auch 2009 eine Fastenkur angesagt, die heute begonnen hat.

Ich habe vorher einige Brückentage mit sehr wenig Nahrung eingelegt, damit der Verzicht nicht allzu plötzlich kommt für das Verdauungssystem, und dann konnte es losgehen. Während der Brückentage empfiehlt es sich beispielsweise einige reife Äpfel, etwas Sellerie, Sauerkraut und Zitronensaft zu sich zu nehmen. Diese Dinge sind sehr gut verdaulich, und reinigen das Verdauungssystem bereits im Vorfeld.

Stärkehaltige Nahrungsmittel bleiben gerne mal etwas länger im Magen-Darm Trakt, weshalb man diese vor dem Fasten lieber meiden sollte. Zusammen mit süßem Obst entstehen entsprechende Gärprozesse, die unangenehme Gasbildung und Toxine zur Folge haben können. Wer noch Fleisch ißt, der sollte in den Tagen vor dem Fasten ebenfalls darauf verzichten. Fleisch bleibt (wie Stärke) relativ lange im Verdauungssystem, und gammelt dort vor sich hin.

Die bei den Gär- und Faulprozessen entstehenden Toxine können bei Ausbleiben der Nahrungszufuhr und dadurch bedingtem Aussetzen des Ausscheidungsvorgangs über den Darm wieder ins Blut gelangen. Das kann verschiedene Symptome wie Übelkeit, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen usw. verursachen, also lieber darauf verzichten. Wenn die Brückentage überstanden sind, dann kann es losgehen mit dem richtigen Fasten.

Sauberer Start in die Fastenwoche

Am Anfang jeden Tages steht eine eher unangenehme Seite des Fastens… die Entleerung des Verdauungssystems. Ich benutze dafür Glaubersalz, morgens 30 Minuten vor dem Sport vier Teelöffel auf zwei Gläser Wasser. Durch die anschließende sportliche Betätigung werden die Darmwände entsprechend gut umspült, und etwa eine Stunde später geht es dann ab auf die Toilette. Eigentlich wie jeden Morgen, nur daß das Essen fehlt.

Wer es weniger drastisch mag, der kann auch zu den “sanften Verdauungshilfen” wie Sauerkrautsaft, Pflaumensaft oder Apfelessig greifen. Die salzige Lösung des Glaubersalzes bietet allerdings ein Milieu, wie es auch im Körper vorherrscht, und ist damit sehr gut geeignet um den gesamten Verdauungstrakt kräftig durch zu spülen.

Tag 1

Der erste Tag ist oft der schlimmste, da der Körper sich erst einmal an das Ausbleiben von fester Nahrung gewöhnen muß. Ich fühle mich entsprechend schlapp und müde, gepaart mit gelegentlichen Appetitschüben. Zweimal täglich gibt es einen Liter Wasser mit einer ausgepressten Zitrone. Das reinigt zusätzlich von festsitzenden Schlacken im Körper, und gibt durch die Vitamine und Nährstoffe jedes mal einen Energieschub.

Im allgemeinen ist das Schlafbedürfnis während des Fastens erhöht, und man sollte sich wenn möglich Urlaub nehmen, um den auch nachkommen zu können. Vor allem in Kombination mit leichten bis starken Abführmitteln ist es unbedingt notwendig, daß man etwas Ruhe und Zeit für sich selbst hat. Als Selbstständiger ist das zum Glück kein Thema, und so war der Mittagsschlaf heute direkt zwei Stunden lang.

Ich merke heute schon wie die Sinneswahrnehmungen schärfer werden, vor allem der Geruchssinn. Überhaupt wird die gesamte Wahrnehmung des eigenen Körpers und der Psyche viel feiner und intensiver. Aufkommende Gefühle (heute hauptsächlich leichter Frust mit dem starken Verlangen nach irgend etwas zu essen) können viel leichter erkannt und bewußt gesteuert werden.

Tag 2

Nach dem Aufstehen etwas wackelig auf den Beinen, und der Sport ging auch nicht so leicht von der Hand wie sonst. Wieder einen ausgedehnten Mittagsschlaf eingelegt, mit etwas wirren Träumen. Leicht verwirrte Gedanken und Träume sind durchaus normal bei einer Fastenkur, wenn die Giftstoffe aus den Depots des Körpers gelöst werden und im Blut zirkulieren.

Reichlich Trinken ist dann angesagt, um die Gifte zu verdünnen. Zu den zwei Kannen mit Zitrone gesellen sich einige Tees mit etwas Honig. Die emotionale Entgiftung macht sich auch bemerkbar, leicht depressive Phasen wechseln sich mit einem High-Gefühl ab. Glücklicherweise kenne ich diese Symptome bereits von vorherigen Fastenzeiten, daher nehme ich es einfach so hin und weiter geht’s.

Tag 3

Das High-Gefühl ist geblieben, aber heute morgen ist der Sport überhaupt kein Problem. Ich schwitze sogar weniger als wenn ich normal essen würde, und das obwohl ich alle Übungen durchgezogen habe. Mein Sportprogramm ist übrigens eine Zusammenstellung von FighterFitness Übungen. Bei Björn merkt man, daß er mit Liebe und Begeisterung bei der Sache ist, und diese Motivation überträgt er auch sehr gut auf den FitnessFighter, in diesem Fall auf mich.

Heute ist (endlich) mein Z-Star Entsafter angekommen. Das ist der “kleine Bruder” des Green Star Entsafters, der mir aber mit knappen 500 € etwas zu teuer war. Der Z-Star wird per Hand betrieben und lässt sich angenehm reinigen. Er ist eher für härteres Obst und Gemüse geeignet (Kokosnuss, Möhren, Kohlrabi usw.) als für weiche Dinge wie Bananen und Äpfel. Daher gab es heute zum Mittag einen Möhre-Kohlrabi-Apfel Saft, und zum Abend einen “Darmputzer”.

Dafür nehme man drei Äpfel, eine Zwiebel, eine Möhre, eine Knoblauchzehe und eine Chilischote. Das Ganze durch den Entsafter gejagt, und man hat ein leckeres aber scharfes Getränk. Regelmäßig getrunken stärkt er das Verdauungssystem und räuchert alle Darmparasiten und Pilze aus.

Tag 7

Die letzten drei Tage hatte ich ein leichtes Fieber mit stark erhöhtem Schlafbedürfnis. Auch das sind Entgiftungserscheinungen die kommen und gehen. Heute am letzten Tag fühle ich mich energiegeladen und leicht. Die Gemüsesäfte variieren zwischen Gurke, Möhre, Apfel, Sellerie und Paprika.

Fastenbrechen

Mit der wichtigste Teil beim Fasten ist das sogenannte Fastenbrechen. Das ist der Zeitpunkt, an dem man wieder langsam anfängt etwas zu essen. Dazu eignen sich am Besten einige Früchte, die schnell verdaut werden und den Darm noch einmal “ausfegen” bevor man wieder andere Dinge isst. Ich habe zwei Orangen und ca. 10 Trockenfeigen am Vormittag gegessen, und anschließend mehrere Stunden gewartet. Am Abend gab es dann einen kleinen Salat aus Spinat, Paprika, Oliven und Olivenöl, der Nährstoffe, Chlorophyll und Fette geliefert hat.

Generell gilt, daß man das Fastenbrechen mindestens zwei Tage beibehalten sollte, besser noch die Hälfte der eigentlichen Fastenzeit. Das muß aber jeder selbst ausprobieren, wie empfindlich der eigene Körper darauf reagiert. Da ich direkt im Anschluß an die Fastenzeit eine Rohkostzeit beginne, war mir das in diesem Fall allerdings nicht so wichtig. Rohkost belastet den Organismus kaum, und so habe ich am zweiten Fastenbrechtag bereits wieder einen großen Salat und diverse Früchte gegessen.

Fazit

Ob Krankheit, Unwohlsein, Verdauungsprobleme oder Übergewicht, ich empfehle das Fasten als Heilmittel. Alle Tiere in der Natur wissen instinktiv, daß sie fasten müssen um wieder gesund zu werden. Fasten ist der “Operationstisch der Natur”, auf dem alle Schlacken und Krankheiten auskuriert werden. Trotzdem ist Fasten nicht für jedermann geeignet. Wenn der Körper schon zu stark angegriffen oder vergiftet ist, dann kann Fasten lebensbedrohlich werden.

Dieser kleine Bericht ist keine allgemeingültige Anleitung zum Fasten. Sprich daher unbedingt vor dem Fasten mit einem Arzt/Heiler deines Vertrauens, ob Fasten das Richtige für dich ist, und ob du es ohne gesundheitliche Risiken durchführen kannst.

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